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10. December 2009, 09:39   #7
jupp11
 
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Jo, die out-of-the-cam-Freaks...

...die ordne ich demselben Lager zu, in das ich Lippenstift-, Shampoo-, Seife- und Nagelscheren-Gegner einordne.

Die einzige wirkliche out-of-the-cam-Bewegung waren damals diese Lomo-Fans. Einfach losknipsen - ohne sich um irgendwelche Einstellungen kümmern zu müssen. Hatte Charme - aber auch Grenzen.

Ansonsten haben Fotografen nie NIE nie out of the Cam gearbeitet. Bilder wurden immer beschnitten, unterschiedlich entwickelt (Glaubenskriege über Papiersorten geführt), abgedunkelt, partiell nachbelichtet, retuschiert und und und.

Für mich ist meine Cameraausrüstung, was für den Pilzesammler der Korb ist. Die Voraussetzung Rohmaterial nach Hause zu bekommen, wo ich es dann nach meinen Vorstellungen zubereite.

Wo bitte ist der Unterschied, wenn ich per Maskenbildnerin ein paar Fältchen in ner einstündigen Prozedur kaschieren lasse, oder ich mache es in 5 min im Photoshop???

Ich mein - es gibt Unterschiede bei der Bildbearbeitung - aber nur dem Grade nach - sogar die Wahl des Kamerablickfeldes kann sehr wohl eine Verfälschung der tatsächlichen Gegebenheiten sein (stellt euch mal ein süsses Kinderportrait vor - nur sieht man auf dem Foto nicht, dass der Knabe nicht nur lieb guckt, sondern noch den Hosenstall auf hat und auf ne tote Katze pinkelt). Übrigens findet man unzählige Beispiele dieser Art von Verfälschungen in Urlaubskatalogen - schöner Strand fotografiert - aber Mülldeponie daneben hat nicht mit aufs Bild gepasst.

Nur wer Fotos als Dokumentationsmaterial einsetzt sollte von Bildverfälschungen die Finger lassen. Aber selbst die schärfen nach, betonen Farben und Dramatik und was weiß ich nicht alles noch.

in diesem Sinne

tschao

jupp11