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17. April 2008, 10:33   #1
Irata
Junge mit Mundharmonika
 
Registriert seit: October 2002
Ort: Bonn
Beiträge: 1.367
China kritisiert deutsche Berichterstattungen in den Medien

Zitat:
Das deutsche Image in China habe durch die Berichterstattung deutscher Medien gelitten, sagt Chinas Botschafter in Berlin, Ma Canrong, im tagesschau.de-Interview. ARD-Korrespondent Jochen Graebert bestätigt: "Deutsche Medien werden als besonders manipulativ empfunden." Dies liege nicht nur an der chinesischen Propaganda.
quelle: Interview: "Deutsche Medien werden in China zur Zielscheibe" | tagesschau.de

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich spreche nicht unbedingt ab, dass in deutschen Medien zielorientiert berichtet wird, aber immerhin haben wir im Gegensatz zum chinesischen Bürger noch die Möglichkeit, uns vieler anderen Quellen zu bedienen. Es bleibt zu erwarten, wie sich die bundesdeutsche Volksvertretung dieser Thematik annehmen wird im Spagat zwischen Wirtschaftsinteressen und Händchenhalten mit dem D. Lama.
 
17. April 2008, 12:10   #2
Ben-99
Ungültige E-Mail Angabe
 
Registriert seit: June 2003
Beiträge: 5.899
... natürlich herrscht in Deutschland Pressefreiheit, was man von der chinesischen Medienlandschaft sicher nicht behaupten kann. Und doch sind die Vorwürfe gegen die deutsche Presse zum Teil richtig. Denn wenn zum Beispiel "Bild" als auflagenstärkste Zeitung nicht nur einmal, sondern wiederholt Fotos von angeblich prügelnden Chinesen in Tibet zeigt, die in Wahrheit aber in Nepal entstanden sind, dann ist das keine Schlampigkeit, sondern gezielte Manipulation.

Dasselbe gilt für die Art, wie man hier über das Riesenreich denkt: Da gibt es eine böse Regierung, die das 1,3-Milliarden-Volk ausbeutet und knechtet. Richtig ist aber, daß im Fall Tibet nicht nur das offizielle Peking hart bleibt, sondern auch die überwiegende Mehrheit der Chinesen der Meinung ist, daß Tibet ganz klar zu China gehört und sich der Dalai Lama nur als harmloser Heiliger verkauft, in Wirklichkeit aber die politischen Strippen zieht und im Innern längst nicht so "gewaltablehnend" ist wie er sich nach außen gibt. Diese Einstellung der Chinesen zeigt sich auch darin, daß viele von ihnen, die als Touristen Tibet bereisen, sich nicht an die dortigen religiösen Bräuche halten und sich auch sonst gegenüber den Tibetern ziemlich respektlos und überheblich zeigen.

Dazu kommt, daß die meisten Chinesen dankbar für die Auswirkungen des wirtschaftlichen Aufschwungs sind. Man könnte sagen: Noch nie ging es dem Volk so gut wie unter der jetzigen Regierung, die von unseren Medien fälschlicherweise ständig als erbarmungslose Unterdrücker dargestellt wird. Dabei sollten doch gerade wir mit Blick auf das Dritte Reich wissen, daß ein Volk seinen Diktator durchaus auch lieben kann. Das haben die Deutschen 12 Jahre lang bewiesen, indem die überwiegende Mehrheit bis zuletzt ihrem Führer dankbar und begeistert zujubelte. Natürlich geht so etwas nur, wenn die zynischen "Spielregeln" eingehalten werden, die da lauten: Solange es der Masse gut geht, ist es den Bürgern scheißegal, ob zeitgleich irgendeine Minderheit unterdrückt, mißhandelt oder gar ausgerottet wird.

Es ist sicher löblich, daß sich der Westen für diese Minderheiten einsetzen will - auch wenn ich es mehr für eine gesteuerte Kampagne halte, um die Welt von den Verbrechen gegen die Menschlichkeit abzulenken, für die eine Militärmacht verantwortlich ist, die weiter von China gar nicht entfernt sein könnte, weil sie sich exakt auf der anderen Seite der Weltkugel befindet. Und schon gar nicht sollten wir denken, daß wir damit der chinesischen Bevölkerung einen Gefallen tun, die offensichtlich nun mal gern in dieser ach so bösen Diktatur lebt - egal, ob uns das gefällt oder nicht.

Gruß Ben
 
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