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29. January 2006, 05:10   #1
Amanda Grayson
 
Benutzerbild von Amanda Grayson
 
Registriert seit: November 2005
Beiträge: 162
Legale und illegale Drogen...

Alkohol ist hierzulande erlaubt, Haschisch ist verboten, warum, nach welchen Maßstäben?

Richtet der Genuß von Alkohol weniger Schaden an als der von Haschisch? Wieso meint man, man müsse das eine verbieten und das andere nicht? Es kommt mir schon merkwürdig vor, wenn ein Staat seinen Bürgern vermittelt, daß sie sich auf eine Weise "legal" selbst ruinieren dürfen, aber wenn sie eine andere Weise wählen, sind sie Kriminelle.

Ein Mensch kann fast alles, was er auf der Welt vorfindet, in unverantwortlicher Weise handhaben, sei es das Fernsehen, sei es das Surfen im Internet, sei es seine Nahrung. So gesehen sollte man die Menschen total entmündigen und alles, was sie tun, unter staatliche Kontrolle stellen. Tut man aber nicht... nur einiges.

Warum dann nicht lieber gar nichts? Warum darf man sich um den Verstand saufen, aber nicht um den Verstand kiffen? Warum darf man ohne staatliche Kontrolle essen?
 
29. January 2006, 06:52   #2
Hestia
 
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Registriert seit: October 2004
Ort: suisse
Beiträge: 154
einige gedanken zur cannabis und alkohol es ist ein posting, dass ich zu dem thema schon im schloss geschrieben habe. die eingerahmten sätze sind aus einer studie.

eine pflanze wird verkannt - ein medikament wird ignoriert, eine planze wird verteufelt, nur weil man sich nicht damit befasst. der konsum von cannabis zieht keine ernsthafte schäden mit sich. die von cannabis ausgehendeng gefahren sind geringer als die der legalen drogen alkohol und nikotin.
vielleicht sollte man sich mal überlegen wie cannabis wirkt.
ich rauche einen joint um verstimmungen zu beheben, (wobei ich NIE einen joint rauchen würde wenn ich seelisch in einem tief bin!) cannabis wirkt spannungen zu lindern, erhöht manchmal den genuss des hörens, des fühlens, spürens - es zu intensivieren
zu unterscheiden ist der vernünftige gebrauch, in dem das rechte Mass eingehalten wird. wie beim alkohol gibt es cannabis geniesser. ich bin noch kein süchtiger wenn ich ab und zu einen joint rauche - genau wie derjenige noch kein alk ist wenn er ab und zu ein glas wein trinkt.
Zitat:
Cannabis wird in den allermeisten Fällen inhaliert und zielt unmittelbar auf den Genuss des Rausches, der sofort oder nach wenigen Minuten eintritt. Seine Tiefe kann daher in der Einnahmephase kontrolliert werden. Nach einer Stunde lässt die Wirkung nach, hält sich noch eine weitere Stunde und verschwindet dann allmählich. Nach drei, höchstens vier Stunden ist sie verflogen. Das macht den Cannabis-Rausch besser kontrollierbar und kalkulierbar als den Alkohol-Rausch
Zitat:
Während bei Alkohol schon ca. die 5- bis 8-fache Rauschdosis tödlich wirkt, müsste bei Cannabis für eine letale Dosis die 1.800fache (!)Menge konsumiert werden, die zum Zustandekommen eines Rausches benötigt wird. In der Praxis ist dies unmöglich. Noch nie ist weltweit eine Person an einer Cannabisüberdosierung verstorben
aber an alkoholvergiftung sterben menschen. !
alkohol und nikotin sind sowohl für den einzelnen als auch gesamtgesellschaftlich evident gefährlicher als cannabisprodukte - ich nehme mit einem joint wesentlich weniger teer ein als mit einer normalen zigarette. also bin ich gefährdeter lungenkrebs zu bekommen mit einer zigarette als mit einem joint. ein joint enthält nur halb soviel rauchmaterial als eine herkömmliche tabakzigarette.

zigarette und alkohol sind legale drogen - und geben mehr tote!
 
29. January 2006, 09:46   #3
tw_24
 
Benutzerbild von tw_24
 
Registriert seit: May 2002
Beiträge: 1.018
Oft gehört und gelegentlich auch unbedacht nachgeplappert, ist die Argumentation, Haschisch sei weniger gefährlich als Alkohol, doch Unfug. Der Frontalcrash mit 30 km/h ist sicher auch weniger riskant als der mit 80 km/h, harmlos sind jedoch beide nicht.

Mit geringeren Risiken ist die Legalisierung der einen Droge nicht überzeugend zu fordern, so wäre allenfalls noch die Forderung nach einer Illegalisierung der vermeintlich härteren begründ- oder die heuchlerische Verlogenheit staatlicher Drogenpolitik vorführbar. Mehr aber eben auch nicht.

Und gänzlich von allen guten Geistern verlassen ist, wer sowas verbricht: "Das macht den Cannabis-Rausch besser kontrollierbar und kalkulierbar als den Alkohol-Rausch". Geht es tatsächlich nur um den Rausch, kann das zunächst in der Tat mit den legalen Drogen erledigt werden, weshalb also andere legalisieren?

Und da ist dann, was ihre Wirkung angeht, die eine wie die andere Droge gleichermaßen kontrollierbar oder halt unkontrollierbar. Wessen Geist auf Reisen ist, ist nicht mehr ganz bei sich - das ist ja der Sache. Und damit ist die "Einnahmephase" im Zweifelsfall eine arg verlängerte ohne Kontrolle.

Wenig hilft auch, daß angeblich "noch nie [..] eine Person an einer Cannabisüberdosierung verstorben" sei. Wer THC-verpeilt sein Fahrzeug gegen ein anderes steuert, macht das sehr wahrscheinlich der Drogenwirkung wegen, da ist es wenig tröstlich zu wissen, daß er sich tatsächlich auch totsaufen hätte können.

Es mag ja sein, daß man auch hier wieder mit höheren oder geringeren Wahrscheinlichkeiten operieren könnte, die grundsätzliche Gefahr, die jeder Rausch in sich birgt, aber ist damit nicht wegzudiskutieren, es ist in diesem Sinn sogar fahrlässig verharmlosend zu behaupten, der einen Droge "gefahren sind geringer als die der legalen drogen alkohol und nikotin".

Gefahr ist und bleibt Gefahr, daß es eine größere gibt, macht doch die möglicherweise geringere nicht zur Harmlosigkeit.

MfG
tw_24
 
29. January 2006, 21:00   #4
nightmoves
 
Benutzerbild von nightmoves
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 185
Nicht zu vergessen, dass es immer wieder Leute gibt, die Cannabis als Einstiegsdroge konsumieren.

Gleiches gilt natürlich für Alkis. Die sind auch mit einigen Gläschen angefangen, und dann wurden es mehr.
 
30. January 2006, 01:16   #5
Ben-99
Ungültige E-Mail Angabe
 
Registriert seit: June 2003
Beiträge: 5.899
... Hestia, Du zitierst frühere "Erkenntnisse", die inzwischen veraltet sind. Ich gebe aber zu, daß auch ich noch bis vor kurzem ähnlich über die angebliche "Unbedenklichkeit" der Haschisch-Produkte dachte und auch jahrelang brav "nachgeplappert" habe, was über das vermeintlich "harmlose" Kiffen auch in seriösen Zeitungen zu lesen war.

Doch das ist Schnee von gestern. Denn inzwischen konnten Wissenschaftler eindeutig belegen, daß der Wirkstoff THC alles andere als "harmlos" ist und bei nicht wenigen Power-Konsumenten zu irreparablen Schäden im Gehirn führen kann und oft auch schon geführt hat.

Auch von Psychiatern hört man immer öfter über Schicksale von jungen Patienten, die sich kaum mal 5 Minuten auf ein Gespräch konzentrieren können und erst recht nicht mehr fähig sind, ihre Lehre oder ihr Studium fortzusetzen. Und das, obwohl sie schon vor Monaten keinen Joint mehr angerührt haben. Natürlich denkt man dann unwillkürlich auch an manche wirren Beiträge von bestimmten Usern auf den Boards, die man sich bis dahin nicht erklären konnte ;-)

Vielleicht habe ich auch deshalb das Märchen von der angeblichen "Harmlosigkeit" lange Zeit unkritisch übernommen, weil ich mir nie etwas aus dem Zeug gemacht habe. Probiert habe ich es aber alle paar Jahre wieder mal, weil man ja schließlich auch gern "dazugehören" will *g*. Aber irgendwann begriff ich, daß wohl das Gehirn eines gereiften Taubenfütterers nichts mit solchen Kiddy-Drogen anfangen kann ;-)

Ich habe, was die Gefährlichkeit von THC anbelangt, zwar dazugelernt, bleibe aber nach wie vor bei meiner Meinung, daß man nicht nur Haschisch-Produkte, sondern auch die sogenannten "harten" Drogen wie Heroin und Kokain lieber heute als morgen freigeben sollte, weil es, wie schon jetzt beim Alkohol, dem freien Bürger überlassen sein sollte, ob, wann und wie sehr er sich mit einem rauscherzeugenden Wirkstoff schaden will. Die Allgemeinheit müßte dann aber nicht mehr die zum Teil brutalen Auswirkungen der Beschaffungs-Kriminalität fürchten. Und auch der jämmerliche Anblick einer drogensüchtigen 16jährigen, die nur deshalb ihren Körper verkaufen muß, würde uns in Zukunft erspart bleiben.

Allerdings geht das nur, wenn man gleichzeitig auch genauso konsequent die zur Zeit völlig untauglichen Gesetze anpaßt. In Zukunft sollte gelten: Jeder Bürger darf im stillen Kämmerlein tun, was ihm beliebt. Er darf sich am Rausch der Drogen erfreuen, und es sollte ihn auch niemand daran hindern, sich freiwillig mit dem Mist umzubringen.

Nimmt er aber zugedröhnt am öffentlichen Leben teil und damit gleichzeitig in Kauf, andere unbeteiligte Menschen massiv zu gefährden, sollten ihm drastische Strafen drohen, um die Allgemeinheit vor solchen Leuten zu schützen. Das heißt in seiner Konsequenz natürlich auch, daß bestimmte heute noch immer übliche Gepflogenheiten vor Gericht nahezu umgekehrt werden müßten. Denn wenn jemand im Alkohol-, Koks- oder Heroin-Rausch seine Frau oder harmlose Kneipen-Gäste halb tot prügelt oder andere schwere Verbrechen begeht, sollte dafür nicht weiterhin durch "mildernde Umstände" aufgrund seines Drogen-Konsums quasi auch noch "belohnt", sondern erst recht hart für eine Tat bestraft werden, die er im Zustand einer ansonsten straffreien Rauscheinwirkung begeht.

In einer Demokratie sollten erwachsene Menschen in jeder Hinsicht frei sein und auch nicht vom Staat gegängelt werden, was ihre pharmazeutischen Vorlieben betrifft. Aber jeder Bürger mit dem Drang zu Drogen, von denen er sich, aus welchen Gründen auch immer, ein "schöneres Leben" verspricht, der somit also von einer solchen Liberalisierung profitieren würde, sollte sich auch immer klar darüber sein, daß er zukünftig erst recht mit einer besonders harten Strafe rechnen muß, wenn er in diesem Zustand andere Menschen gefährdet.

Gruß Ben
 
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